Die internationale Pfingstregatta der Lacustre-Klasse zeigte sich in diesem Jahr von ihrer hochsommerlichen Seite – allerdings mit Bedingungen, die weniger an eine klassische Segelregatta als vielmehr an eine Geduldsprüfung erinnerten. Bei grosser Hitze und ausgesprochen schwachen Winden waren nicht nur seglerisches Können, sondern vor allem Nervenstärke und ein feines Gespür für die wenigen vorhandenen Windstriche gefragt. Insgesamt standen 16 Lacustres am Start.

Am Sonntag gelang der Regattaleitung trotz der schwierigen Verhältnisse immerhin ein Lauf. Auch am Montag blieb der Wind äusserst zurückhaltend, sodass zwar noch zwei weitere Wettfahrten gesegelt werden konnten, allerdings mussten sämtliche Läufe abgekürzt werden. Bei den leichten Verhältnissen besonders spannend war die Frage: Landnähe oder See? In Ufernähe schien sich immer wieder etwas mehr Druck aufzubauen. Allerdings eben nur manchmal. Die Devise lautete deshalb: beobachten, hoffen und möglichst nicht stehen bleiben.

Mit diesen Bedingungen am besten zurecht kamen die Gebrüder Zobl auf SUI 257, die ihre Lacustre nur zu zweit segelten. Trotz einer etwas „holprigen“ Serie von 1., 6. und 2. hatten sie offenbar dem besten Draht zu den Windgöttern und sicherten sich verdient den Gesamtsieg. Auf Rang zwei segelte Georg Geyer mit Andrea Mazzone und Thomas Kristiansen auf SUI 262. Den dritten Platz belegten Reto Wettstein, Lukas Purtschert und Bernie Dütschler auf SUI 201.

Auch an Land wurde die Tradition gepflegt: Das traditionelle Pfingst-Dinner am Sonntagabend fand diesmal im Rathaus statt. Der Saal präsentierte sich äusserst stil- und würdevoll – akustisch allerdings mit einer Dynamik, die teilweise an eine Vorstartphase bei Starkwind erinnerte. Viele Gäste entdeckten deshalb bald die grosszügige Freitreppe als erweiterten Gesellschaftsraum, wo bei frischer Abendluft, angeregten Gesprächen und gelegentlichen Rauchpausen deutlich entspannter diskutiert wurde als im Inneren.

Ein besonderes Kompliment verdiente sich die junge und engagierte Regattaleitung unter der Führung von Valentin Krebs. Bei Bedingungen, bei denen manche Wettfahrtleiter wohl bereits frühzeitig AP für das ganze Wochenende gesetzt hätten, holten sie das Optimum aus den schwierigen Verhältnissen heraus. Dank ihrer umsichtigen Arbeit konnten faire Wettfahrten durchgeführt werden – und die diesjährige Pfingstregatta bleibt trotz der schwierigen Bedingungen als gelungener und stimmungsvoller Anlass in Erinnerung.

Text Andreas Keller #87

Hier die komplette Ergebnisliste