Zürcher Herbstpreis II eine Zürichseeregatta, der selteneren Art

Segeln bei milden Temperaturen fast ohne Regen mit immerhin fünf Läufen – eine schöne Erinnerung.

Die Klassen blu 26, Lacustre und H-Boot trafen sich am letzten September- und ersten Oktobertag zum zweiten Herbstpreis vor der pachtvollen Szenerie der Stadt Zürich. Der Windfinder hatte die Erwartungen zwar gedämpft, aber es gab mehr als nur eine Überraschung.

Nach kurzem und bündigen Biefing, bzw. Steurmannsbesprechung entschied sich der langjährige Regattaleiter Sascha Osterwalder trotz lauem Lüftchen zum unmittelbaren Auslaufen. Es kam sogar leichter Stress auf, denn nicht alle schafften es pünktlich zur Starlinie. Diese war schnell in Richtung Südosten gelegt und der Start in traditioneller Art mit lautem Knall angeschossen. Doch der schwache Wind, der unterdessen dermassen gedreht hatte, dass man mit Backbordbug gar parallel zur Startlinie fuhr, schlief langsam ein und Sascha setzte dem müden Treiben bald ein Ende.

Nachdem sich der Wind auf 320 Grad einzupendeln begonnen hatte, konnten über den Nachmittag vier schöne Durchgänge gesegelt werden. Der zweite Start des Samstags endete zwar abrupt mit einem Massenrückruf. Aber danach kam das Regattieren in Gange und der Wind liess die Spinnacker nur selten hängen. Den ersten Sieg sicherte sich Charly Nauer mit seiner Crew. Die drei Klassen, welche ungefähr 10 Yardstick-Punkte voneinander trennen und sämtliche mit Spinnackern bestückt sind, harmonierten gut. Ungeachtet des zu früher Zeit angesetztem Z’nacht wurde bei beginnendem Regen deutlich nach 17.00 Uhr zum vierten Start geschossen. Sascha und sein Team hatten sich selbst übertroffen. Die Mannschaft mit Reto Wettstein entschied die Wettfahrten zwei und drei für sich, bei der vierten hatte Walter Müller mit seiner SUI 97 die Nase vorn.

Mit dem letzten Lüftchen – die angekündigte Front hatte früher als erwartet das Segeln möglich gemacht, über den ganzen Nachmittag erstaunlich gleichmässigen Wind geliefert und sich mit abflauendem Wind in die Nacht verabschiedet – segelten die letzten Regatteure ihrem wohlverdienten Abendessen zu.

Der Sonntag begann ebenso mit leichtem Wind und wieder war sofortiges Auslaufen angesagt, was sehr richtig war, denn nach einem Lauf mit langsam abflauendem Wind kamen die grosser Dreher. Man hoffte auf die Bise, welche die Segler immer mal wieder „zeuckelte“, um dann erneut massiv abzudrehen und einzuschlafen. Um zwei Uhr hatten der Regattaleiter und wohl auch die meisten Segler genug und nach den drei Kanonenschüssen machten sich einzelne auf den langen Heimweg, während die anderen Richtung Hafenbier fuhren. Die fünfte und letzte Wettfahrt verbuchten erneut Walter Müller und seine Crew. Den Endrang 3 belegte Charly Nauer nur einen Punkt hinter den punktgleichen Walter Müller und Reto Wettstein. Aber bei einem dritten Rang als Streichresultat ist Walter der Sieg mehr als zu gönnen – herzliche Gratulation!

Nicht vergessen werden darf die hervorragende Leistung des Regattateams, dem es sichtlich Spass gemacht hatte, denn mit ihren rasenden Bojenbooten erzeugten sie (selbstverständlich nur zwischen den Läufen) so grosse Wellen, dass diese beinahe in den Lacustre schwappten. Das Team um Silke leistete wieder tollen Job – das wunderbare Abendessen hatte den perfekten Regattatag am Samstag gekrönt.

Und last but not least gebührt ein spezieller Dank Roger und Walter, den Eignern der Ponderosa 102, denn weil sie dem Schreiberling ihr Schiff ausgeliehen hatten, schaffte es der Herbstpreis 2 mit 10 teilnehmenden Lacustre in die SUI-Selektion für die Schweizermeisterschaft und brachte 10 wertvolle Punkte ein.

Roland Würgler

Anbei die Rangliste

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