Wie soll das Schiedsgericht entscheiden?

Nachdem der letzte Fall so schnell gelöst war, hier ein weiterer Fall:

Situation:
An einer Yardstick Regatta nähert sich blau, grün und gelb der Raumtonne.  Blau segelt klar voraus, mit Wind von Backboard und unter Genua und Grosssegel während die beiden Sportboote Grün mit Genacker bzw. Gelb unter Spinacker mit Wind von Steuerboard schnell aufholen. Gelb stellt noch vor der Zone eine Innenüberlappung zu Blau her, Grün passiert hinter Blau. 
Gelb halst um die Tonne, Blau luvt an der Tonne, lässt aber Gelb ausreichend Raum zum Halsen und Runden, Grün halst im Lee von Blau und luvt ebenfalls, lässt aber Gelb und Blau ausreichend Raum zum Runden.

Nach dem Tonnen luvt Blau weiter, da einmal der Kurs zur nächsten Tonne beinahe ein Halbwindkurs ist und die Luvtour mit der Genua schneller ist. Auch Grün luft. Blau verlangt von Gelb (in Position 4) raum um zu luven. Gelb luvt ein wenig aber nur so hoch, dass der Spinacker noch steht und versucht vor Blau hin abzufallen. Während sich Blau von Grün durch luven frei hält kommt es zu einer leichte Berührung des Bugs von Blau an der Steuerboardseite von Gelb. Gelb protestiert lautstark gegen Blau wegen dieser Berührung mit der Begründung, dass Blau nicht luven darf. 

Gelb setzt den Kurs anschliessend nach Lee fort, Blau nach Luv. Grün fällt ebenfalls mit  Gelb ab und fährt nach Lee. Keines der  Boote nimmt eine Strafe auf sich. Gelb und Blau protestieren!

 

Wie soll das Schiedsgericht entscheiden?
Wer darf wieviel luven?

 

Frage:
Was ist der richtige Entscheid an der Protestverhandlung? Die Antwort(en) bitte wieder als Kommentar schreiben!

Die Lösung gibt es nach Pfingsten hier.

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2 Antworten auf Wie soll das Schiedsgericht entscheiden?

  1. Profilbild von Felix Somm Felix Somm sagt:

    Lösung:

    Es gilt Regel 11 zwischen den Booten. Das Luvboot, in diesem Fall Gelb muss sich freihalten. Grün und Blau haben ausreichend Bahnmarkenraum gewährt, dass Gelb die Bahnmarke runden konnte und anschliessend seinen richtigen Kurs segeln konnte. Das Luvrecht von Blau wird NACH dem passieren der Bahnmarke auch innerhalb der Zone nicht durch den Bahnmarkenraum beschränkt. (Def. Bahnmarken-Raum: „den richtigen Kurs zur Bahnmarke und an der Bahnmarke zu segeln).

    Regel 17 als Einschränkung des Luvrechtes von Blau gegenüber Gelb gilt nicht, da Gelb von achteraus kommend blau im Luv passiert hat. Blau kann also nach dem Runden der Bahnmarke luven bis in den Wind

    Grün hat gegenüber Blau einen Ueberlappung in Lee von klar achteraus hergestellt. Das Luvrecht von Grün gegenüber Blau ist also nach Regel 17 eingeschränkt. Grün darf nicht höher als auf seinen richtigen Kurs luven. Mit Genacker nach der Tonne kann das aber auch bei einem relativ „spitzen“ Raumkurs ein Kurs sein, der höher als die Anliegelinie zur nächsten Tonne ist, da auch Grün eine Luvtour fahren kann. Der richtige Kurs für Grün (und Blau) kann also durchaus ein Kurs sein, der Höher ist als der Kurs den Gelb mit dem Spinacker fahren kann. Gelb muss also luven, auch wenn sein Spinacker dabei einfällt.

    Sofern ein gültiger Protest eingereicht wird ( Regel 61) ist Gelb zu disqualifizieren, da sich Gelb nach Regel 11 nicht freigehalten hat und das Luven von Blau sofort zu einer Berührung geführt hat. Blau hat frühzeitig Raum verlangt und Gelb hätte somit Zeit gehabt sich freizuhalten.

  2. Andreas sagt:

    In einem ersten Schritt ist nach Regel 61 abzuklären, ob die Protesterfordernisse erfüllt sind. Falls dies zutrifft ist
    Gelb wegen Verletzung der Regel 11 DSQ zu werten
    Blau verletzt Regel 14, ist jedoch zu entlasten, da durch die Berührung kein Schaden und keine Verletzung enstanden sind.
    (Regel 17 kommt nicht zur Anwendung, da die Ueberlappung von achteraus durch Gelb hergestellt wurde. Ob blau in Abwesenheit anderer Boote auch so hoch segeln würde (richtiger Kurs) ist m.E. irrelevant für die Beurteilung des beschriebenen Falls)

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