FAR NIENTE: NICHTSTUN AUF DEM WASSER

27 Lacustre sind zur Far Niente auf dem Bodensee zusammengekommen. „Far Niente bedeutet: man trifft sich, gondelt von Hafen zu Hafen – und läßt Neptun einen lieben Mann sein“, erklärte Organisator Willi Beck. Treffpunkt war am Sonntag, 1. August in Altnau am Schweizer Bodenseeufer. Da war noch bestes Segelwetter, Sonnenschein und eine schöne Brise. Schon in der Nacht ging die erste Schlechtwetterfront durch, „aber Montagmorgen scheint schon wieder die Sonne“. Willi Beck hatte mit der Prophezeiung Recht – und so sollte es auch den Rest der Woche bleiben. Sonne und Regen buntgemischt.

Die erste Überführungregatta führte am Montag nach Konstanz, von dort segelte der Trupp am nächsten Tag weiter nach Immenstaad. Hier fiel die Kinderolympiade dem schlechten Wetter zum Opfer, dafür schien am Mittwoch die Sonne vor Fischbach. Und die Wettfahrtleitung hatte ein Picknick auf dem Wasser organisiert. „Immer vier oder fünf Lacustre-Eigner binden ihre Schiffe zusammen“ lautete die Anweisung, das Begleitmotorboot setzte gemischt gefüllte Kiste Bier in einen Schwimmreif, obendrauf lag noch eine Brotzeit – und dann ging’s los mit dem Brotzeit angeln. So gestärkt ging’s hinein nach Fischbach, wo zum Abend schon ein großes Buffet auf die rund 100 Segler wartete.

Am nächsten Morgen waren die Segler mit warten dran. Wind hatte es genug, zugleich aber viel zu viel Regen. Das Organisationskomitee verkündete einen Hafentag, der mit Lesen oder Museumsbesuchen in Friedrichshafen ausgefüllt wurde. Und auch zum Stylen genutzt wurde. Denn für Donnerstag war der Gala-Abend im Schloß Montfort in Langenargen angekündigt. „Das Motto: ich bin ein Star“ gab Lacustre-Bodensee-Klassenpräsident Ernst Zollinger die Richtung vor – und tauchte selbst als Indianer auf.

Am Freitag dann die letzte Überführungswettfahrt von Fischbach nach Friedrichshafen in den Württembergischen Yachtclub. Das Auslaufen war bei frischem Wind in der engen Fischbacher Hafeneinfahrt nicht ganz einfach: ein Schiff versetzte einen Dalben ein klein wenig, ein anderes brauchte die am Ufer stehende Weide als Fender. Das sah spektakulär aus, ernsthafte Schäden gab es aber keine. Zum Schluß waren alle Lacustre noch rechtzeitig an der Startlinie und hatte nach dem Ruhetag so viel Energie angesammelt, daß es glatt einen Frühstart gab.

Normalerweise gibt es eigentlich keine Siegerlisten bei den Überführungsregatten von Hafen zu Hafen, so soll der Ehrgeiz gezügelt werden. Außerdem muß der Sieger des Vortags einen großen bremsenden Fender hinterherschleppen. Trotz dieser Rahmenbedingungen sorgte Walter Müller vom Zürichsee mit seiner Porzana für eine große Überraschung. Er gewann die Regatta trotz Schleppfender gleich dreimal hintereinander. „Das hatten wir noch nie, zumindest kann sich keiner an so etwas erinnern“, schüttelte Lacustre-Chef Thomas von Gunten den Kopf – und Wettfahrtleiter Andreas Gieger ergänzte: „vielleicht braucht’s nächstes Jahr zusätzlich zum Fender noch einen Eimer“.

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